Sicher Leben im Alter

Ein Blick über Risiken und Schutz von älteren Menschen

Stehen bislang vor allem junge Menschen im Fokus von Kriminologie und Kriminalprävention, werden seit einigen Jahren auch ältere Menschen stärker in die Betrachtungen einbezogen.

Ein besonderes Augenmerk auf Senioren/-innen als Täter und Opfer von Kriminalität resultiert u.a. daraus, dass diese
•    in verschiedener Hinsicht als vulnerabler anzusehen sind als jüngere Menschen,
•    von bestimmten Delikten in besonderer Weise betroffen sind und
•    unter den Folgen der Viktimisierung mitunter schwerer zu leiden haben.
Menschen höheren Alters gelten als besonders verletzlich, da sowohl ihre körperliche als auch geistige Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter häufig abnimmt und sie damit als Opfer von Straftaten potenziell anfälliger werden.

Auch als potenzielle Täter/-innen kommen ältere Menschen in Frage. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung mit einem größer werdenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung, dürfte zudem auch der Anteil der von dieser Altersgruppe begangenen Straftaten an der Gesamtkriminalität anwachsen.
Im Folgenden sollen als Ergebnis einer Auswertung einschlägiger Fachliteratur unterschiedliche Perspektiven auf ältere Menschen als Opfer und Täter zusammengefasst werden.

Welche Präventionsansätze kommen in Frage?

Ältere Menschen sind von verschiedenen Delikten und in unterschiedlichen Formen spezifisch betroffen. Infolgedessen sollten sich Präventionsmaßnahmen nicht auf das ganze Spektrum einschlägiger Delikte beziehen, sondern es bedarf spezifischer Konzepte und Ansätze, die auf die jeweiligen Deliktfelder und vorhandenen Ressourcen zugeschnitten sind (Bereichsspezifität). Dies schließt auch die Einbeziehung jeweils geeigneter Akteure und Kooperationspartner ein.

Um vorbeugend für Menschen im vierten Lebensalter wirksam zu werden, erscheinen „Guardian-Ansätze“ erfolgversprechend. In dem Maße wie Menschen infolge ihrer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit nur noch in begrenztem Maße mit Präventionshinweisen zu erreichen sind und diese auch kaum mehr umsetzen können, gilt es Dritte als „capable guardians“ im Sinne des Routine-Activity-Ansatzes zu gewinnen. Mit Blick auf spezifische Vermögens- und Betrugsdelikte können dies beispielsweise entsprechend geschulte Bankangestellte sein.

Auch für die Vorbeugung der Viktimisierung älterer Menschen erscheint eine sozialräumliche Perspektive vielversprechend. Im sozialräumlichen Umfeld ergeben sich Tatgelegenheiten und lassen sich entsprechend beeinflussen, dort können Ressourcen zum Schutz potenzieller Opfer (z.B. Nachbarschaft, soziales Umfeld) mobilisiert und das Sicherheitsgefühl älterer Menschen positiv beeinflusst werden.

Ebenfalls mit einem partizipativen und sozialräumlichen Ansatz lässt sich das Sicherheitsempfinden älterer Menschen positiv beeinflussen.

Für die vertiefende Lektüre stehen bereit:

 

Stiftung
Deutsches Forum
für Kriminalprävention

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53117 Bonn

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Tel: 0228/99681-13275
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